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Korfu Stadt - Alte und Neue Festung

Einen besonders schönen Blick auf die Stadt bekommt man von den zwei Burgen, die Alte und die Neue Festung, die sowohl den Venezianern als auch den Griechen Sicherheit vor türkischer Eroberung gaben. Korfu Stadt mit seinen malerischen engen Gassen unterscheidet sich deutlich von anderen griechischen Orten. Denn die türkischen Einflüsse werden in Kerkyra, wie die Korfioten ihre Insel und Hauptstadt nennen, vergeblich gesucht. Alte Fenster und Gesimse sowie Balkone mit schmiedeeisernen Geländern erinnern an Italien und sind Relikte der 400 Jahre langen venezianischen Herrschaft. Auch am Hauptplatz Esplanade vor der Alten Festung sind Spuren der italienischen Vergangenheit zu finden.

Alte Festung

Ob beim Frappé oder Café, jeder landet beim Stadtbummel hier und darf den Blick auf die Alte Festung und dem Treiben der Menschen genießen. Die heutige Halbinsel, auf der die Festung steht war zu jener Zeit noch mit der Insel fest verbunden. Erst nachdem die Venezianer einen Kanal anlegten, war die Festung zunächst nur noch über eine Zugbrücke zu erreichen. Am Eingang zur Festung befindet sich das Standbild des Grafen Johann Matthias von der Schulenburg. Es zeigt den Marschall mit römischer Toga, einer Perücke auf dem Kopf und einen Lobeerkranz. Ursprünglich stammte der Graf aus einem kleinen Dorf in Sachsen, wo er als Berufsoffizier tätig war. Zu Ehren gelang er, als er als venezianischer Offizier zwischen dem 25. Juli und 22. August 1716 mit nur 3000 Soldaten und der gesamten Bevölkerung im Rücken ganze 40.000 Türken erfolgreich von Korfu vertrieb. Als Ausdruck der Dankbarkeit und für seine tapferen Verdienste um die Insel Korfu wurde ihm noch zu Lebzeiten – im Jahr 1718 – ein Denkmal gesetzt. Graf von der Schulenburg gilt bei den Korfioten als Held.

Der Besucher gelangt heute über die im 20. Jh. erbaute Steinbrücke zum Haupttor der Festung. Von hier kann man in den einstiegen Schutzwassergraben, dem Contrafossa, hinunterblicken in dem beschaulich kleine Fischerboote vor Anker liegen. Im Torbau ist eine kleine Ausstellung untergebracht. Sie zeigt sehr schöne Mosaike aus der frühchristlichen Basilika von Paleópolis. Danach trifft man auf Garnisonsgebäude aus englischer Zeit, in denen man sich über die Festung und ihre Geschichte informieren kann. Folgt man den Weg nach rechts, dann trifft man auf die 1824 erbaute Kirche Agios Geórgios. Eine beeindruckende Kirche, die einem dorischen Tempel nachempfunden ist. Diente sie den Engländern noch als Garnisonkirche, ist sie heute ein Ausstellungsraum. Im inneren befinden sich neue und alte Ikonen. Tipp: Im Sommer finden auf dem Vorplatz der Kirche Ton-Licht-Shows sowie Konzerte statt. Ein Besuch ist empfehlenswert. Der Weg windet sich weiter nach links und führt an ein Café mit Blick auf die Garitsabucht entlang, das einlädt zum Verweilen. Danach geht es an den Resten alter Gefängnisse vorbei und zum Eingang des inneren Festungsrings. Geht man gerade aus weiter, sieht man links unten den Hafen der Festung und erreicht die Ruinen des Militärhospitals. Ebenso kann der Besucher hier vereinzelt musikalische Klänge wahrnehmen, da auf dieser Seite sich die Fakultät für Musik der Ionischen Universität befindet. Gelangt man zum höchsten Punkt der Festung wird man mit einem grandiosen Blick über die Stadt Korfu und auf das griechische Festland belohnt.

Neue Festung

Auch die Neue Festung (ebenso unter dem Namen St. Markus-Kastell bekannt), die zwischen dem alten und neuen Hafen ihren Standort gefunden hat, steht für Besucher offen. Neu ist die Festung jedoch nicht, sondern allein jünger als die Alte Festung. Im Jahr 1576, nach der zweiten Belagerung der Türken, begann der Bau dieser Festung durch die Venezianer und wurde 1645 fertig gestellt. Dem Bau mussten 2000 Häuser weichen. Auch die Neue Festung sollte dem Schutz vor türkischer Eroberung dienen und allgemein hin den alten Hafen nach Norden hin schützen. Im 17. und 18. Jh. wurde sie weiter ausgebaut. Leider erlitt sie bei den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg starke Schäden. In den letzten Jahren wurde sie umfangreich restauriert. Auch in der neuen Festung finden im Sommer regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Seit 1994 werden Ausstellungen gezeigt und eine Galerie lädt zum Besuch. Wer sich für Keramik interessiert, kann sich über die Entwicklung von der Antike bis heute einen Überblick verschaffen. Aber auch schon allein ein Spaziergang durch die monumentale Wehranlage ist ein Erlebnis. Über eine steile Metalltreppe gelangt man zum höchsten Punkt der Festung. Der Aufstieg empfiehlt sich schon vor allem wegen der schönen Aussicht auf die Altstadt. Beeindruckend ist ebenso das am Hafentor der Festung eingearbeitete Relief. Auf diesem ist ein venezianischer Löwe abgebildet.Auch hier lädt ein Café zum Verweilen und Genießen ein.